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„Man nimmt sich mit, wohin man geht.“ Ernst Bloch, „Tübinger Einleitung in die Philosophie

Menschen unterschiedlichster Nationalitäten, sozialer Herkunft und Schichten bezeichnen sich gerne als „Fans“. Sie drücken dadurch ihre Leidenschaft und Treue gegenüber einem Verein oder Club aus, dem sie sich langfristig verbunden fühlen. Man steht zu diesem Verein, fühlt sich in guten wie in schlechten Zeiten zu ihm hingezogen, egal, ob im Sieg oder der Niederlage. „Fan“ ist man immer und überall, ob man allein lebt, einen Partner oder gar Familie hat, ob in der Heimat oder der Ferne. Für diese emotionale Beziehung investiert man Zeit, Geld und auch viel Herzblut. Die oft als Kind schon getroffene Entscheidung wirkt nachhaltig und prägend, sie endet nie!

Wenn Fans ihre gemeinsame Leidenschaft mit Gleichgesinnten teilen wollen, schließen sie sich oft in Vereinen oder Fanclubs zusammen. Es entwickeln sich Symboliken, Mythen und Rituale, meist auch eine kollektive Identität, die oft auch als „Fankult“ oder „Fankultur“ bezeichnet wird.

Im Institut für Fankultur (IfF) untersuchen wir Frage- und Problemstellungen, die Fans und die Fankultur betreffen. Mit Blick auf die Philosophie von Ernst Bloch gilt das wissenschaftliche Interesse dem Spannungsfeld zwischen dem was diese Fans als Person sind und dem was sie im Umfeld ihrer Vereine, Stadien und Spiele tun. Wir gehen als Sport-, Sozial- und Kulturwissenschaftler im interdisziplinären Verbund verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen spezifischen Fragestellungen aus dem Umfeld der Fankultur nach und konzipieren im Dialog mit Partnern aus den verschiedenen relevanten Feldern (Fanszenen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, usw.) zukunftsweisende Forschungsprojekte.